Wer dokumentiert Geschichte, und welche Filme werden sichtbar?

Zur dritten Ausgabe haben wir „Films Change the World” während der Berlinale ins Rote Rathaus geholt. Ein Branchengespräch, das hinter die Premieren blickt, auf die realen Bedingungen, Verantwortungen und Folgen des Dokumentarfilmemachens.

Wer dokumentiert Geschichte, und welche Dokumentarfilme werden am Ende sichtbar? Diese Frage stand im Zentrum der dritten Ausgabe von „Films Change the World” am 13. Februar 2026 im Roten Rathaus, mitten in der Berlinale. Es ging um Autorschaft, Sichtbarkeit und Macht: darum, wie Dokumentarfilme unser geopolitisches und gesellschaftliches Gedächtnis prägen, wer diese Geschichten erzählen darf, und was es persönlich, politisch und psychologisch bedeutet, Wirklichkeit unter Druck zu dokumentieren.

Im Zentrum stand  ein Gespräch, das bewusst nicht die Ausschnitte und Schlagzeilen in den Mittelpunkt rückte, sondern Prozess und Konsequenz: Ethik, Zugang, Sicherheit, die Realität der Distribution und die oft unausgesprochenen menschlichen Kosten dokumentarischer Arbeit, während und lange nach der Produktion.

Die iranische Filmemacherin Mahnaz Mohammadi, deren neuer Film „Roya” kurz darauf, am 18. Februar, seine Berlinale-Premiere feierte, sprach über das Filmemachen unter Repression, über Sichtbarkeit und Risiko und über ihre Entscheidung, ihren Dokumentarfilm „Beyond the Lies” weltweit online zugänglich zu machen und das Publikum einzuladen, kostenlose Screenings zu veranstalten. Mit dem Team hinter „A Dangerous Assignment – Uncovering Corruption in Maduro’s Venezuela”, Roberto Deniz und Juan Andrés Ravell, haben wir über das Nachleben eines Films gesprochen: über redaktionelle Entscheidungen, Sicherheitsfragen, internationale Rezeption und Wirkung in unterschiedlichen politischen Kontexten.

Und wir haben „Another Story” vorgestellt, eine von Creative Media  geförderte Initiative, die die Dokumentarfilmgeschichte neu denkt, indem sie übersehene Arbeiten von Regisseurinnen ins Zentrum rückt. Wer wird erinnert, wer wird sichtbar gemacht, und wie prägen Dokumentarfilme unser gemeinsames kulturelles Gedächtnis?

Genau dafür steht „Films Change the World”: ein Format, das die Branche zusammenbringt und die schwierigen Fragen stellt, statt ihnen auszuweichen. Von der Auswahl der Gäste über die Partner bis zur Produktion im Roten Rathaus liegt das in unserer Hand.